Veranstaltung im Oktober


Die Veranstaltung "ARTIVE cooperation lab" musste

- coronabedingt - leider abgesagt werden und wird ins nächste Jahr verschoben.

 

Zwei Tage zum Thema Künstler*innenkollektive und kooperative Arbeits- und Lebensmodelle. Gemeinsam Kunst machen, gestalten, zusammen arbeiten, wohnen, leben. Ideen zum Kollektiv und zum kooperativen Handeln werden präsentiert und zur Diskussion gestellt.

Eingeladen sind zwei Künstler*innen-Kollektive, die Einblick in ihre Arbeitsweise geben, sich der Diskussion stellen und eine künstlerische Arbeit präsentieren und zwei Referenten, die das Thema theoretisch vertiefen.

 

Programm

• Freitag, 23.10.20 | 17:00 – 21:00 Uhr | Vorträge und Diskussionen

KUZ Großer Saal

17:00 – 17:45 Vortrag Prof. Frank Adloff

17:45 – 18:00 Fragerunde Publikum

18:15 – 19:00 Vortrag Dr. Jan-Christoph Marschelke

19:00 – 19:15 Fragerunde Publikum

19:30 – 21:00 Diskussion Adloff|Marschelke|Deine Mudda|Anna Kpok

 

• Samstag, 24.10.20 | 16:00 – 21:30 Uhr | Öffentliche Proben und Aufführungen

KUZ Studiobühne

16:00 – 16:30 Wie wir im Kollektiv arbeiten | Anna Kpok

16:30 – 19:30 Wir müssen Reden | performative Installation | Anna Kpok

KUZ Großer Saal

16:30 – 18:00 Wie wir im Kollektiv arbeiten | Deine Mudda

20:00 – 21:15 Macht | Performance|Tanz|Musik | Deine Mudda

 

EINTRITT:

Freitag 23.10. | 5 €

Samstag 24.10. | 10 €

Tickets: www.kulturzentrummainz.de/programm/tickets/

oder an der Abendkasse

DEINE MUDDA | MACHT

 

DEINE MUDDA ist ein feministisches Theaterkollektiv. Sie sind schwarz, weiß, of color, ostdeutsch, mit und ohne eigene Migrationserfahrung. Sie sind queer, hetero, trans* und cis. Die Frauen des Kollektivs sind in verschiedensten Theater-/Performancebereichen ausgebildet und aktiv: Von physischem Theater und szenischem Schreiben über Zirkuskünste, Dramatherapie, Tanz und Schauspiel bis hin zu Kabarett, Masken- und Straßentheater.

 

MACHT

Am Anfang standen Fragen:

Was heißt feministisches Theater, in Zeiten in denen alles nach rechts rückt und apokalyptische Prognosen die Nachrichten dominieren? Wie gehen wir mit den ganzen Informationen zum Weltgeschehen um? Welche Strategien haben wir, um aktiv zu sein ohne uns zu schreddern? Welche Ressourcen können wir nutzen? Entstanden ist eine Collage aus Performance, Tanz und Musik. Das Stück ist verstörend und berührend, vor allem aber empowernd. Denn: „Niemand hat das Recht zu gehorchen!“

 

 

ANNA KPOK | WIR MÜSSEN REDEN

 

ANNA KPOK

In ihren interaktiven Installationen, Inszenierungen und Theater-Games entwickelt die kollektive Kunstproduzentin Anna Kpok seit 2009 theatrale Entsprechungen ihres (digitalen) Zusammen-Lebens. Sie besteht aus sieben bis dreizehn Kpoks, die in wechselnden Konstellationen zusammenarbeiten. Bei Anna Kpok wird der Bühnenraum zum Spielraum und das Publikum zu Spieler*innen. Erst durch aktives und gemeinsames Handeln entsteht bei Anna Kpok Theater, entfaltet sich die Erzählung.

 

WIR MÜSSEN REDEN

Plötzlich klingelt ein Telefon. Sie nehmen den Hörer ab. Es meldet sich eine Stimme: „Hallo, mein Name ist Anna Kpok und wir müssen reden". Anna Kpok führt Sie an einen ruhigeren Ort. Sie will wissen, was Sie denken – über Themen, die ihr am Herzen liegen. Diese Anna Kpok, die jetzt spricht, ist eine von vielen, ebenso wie Sie. Zwei Unbekannte, die sich jetzt, hier, etwas mitteilen können. Ein Gespräch unter Fremden wie es in dieser Zeit selten ist. Sie schauen sich um, es gibt keine weiteren ZuhörerInnen. Sie sind ungestört. Sie haben eine Viertelstunde. 

Die Gespräche finden auf Deutsch oder Englisch statt.

 

 

PROF. FRANK ADLOFF

VORTRAG: Konvivialismus 2.0: Zusammenleben in und nach der Krise

Nichts sei seit der Corona-Krise mehr so wie zuvor, meinen viele. Wie kann man sich in einer solchen Situation ein gerechteres Zusammenleben und einen anderen Umgang mit der Natur vorstellen? Gibt es noch Auswege aus den zeitgenössischen vielfältigen gesellschaftlichen und ökologischen Krisenkonstellationen, was steht zu befürchten und was kann man noch hoffen?

Diese Fragen sollen vor dem Hintergrund des zweiten konvivialistischen Manifests diskutiert werden, das von annähernd 300 Wissenschaftler/innen und Intellektuellen diskutiert und unterzeichnet wurde. In der gegenwärtigen Krisensituation ist nichts dringender gefragt als eine Vorstellung davon, wie eine Zeit nach dem Neoliberalismus aussehen kann. Der Konvivialismus stellt eine politische Philosophie dar, die konsequent relational und pluriversal angelegt ist, die das Zusammenleben der Menschen untereinander und das Verhältnis zur Natur auf neue, glaubwürdige und überzeugende Grundlagen stellen möchte.

 

FRANK ADLOFF ist Professor für Soziologie im Fachbereich Sozialökonomie an der Universität Hamburg und Co-Leiter der dortigen Kolleg-Forschungsgruppe „Zukünfte der Nachhaltigkeit". Zuletzt ist von ihm erschienen: „Politik der Gabe. Für ein anderes Zusammenleben" (Hamburg: Edition Nautilus 2018).

 

 

DR. JAN-CHRISTOPH MARSCHELKE

VORTRAG: Geniale Gruppen? Einige Überlegungen zu Künstlerkollektiven aus den Sozialwissenschaften

 „Gemeinsam ist man stärker" heißt es, aber auch: „Zu viele Köche verderben den Brei". Die Frage, in welchem Verhältnis Individuum und Kollektiv stehen, ist eine Kernfrage der Sozialwissenschaften. Um die Dynamik gerade kleinerer Kollektive und die Frage, welchen Einfluss diese auf ihre Mitglieder ausüben, kümmerte sich lange Zeit gar eine eigene Subdisziplin, die Gruppensoziologie. Sind Gruppen besonders leistungsfähig oder nicht? Wieviel Inspiration und Stärkung kann der Einzelne aus dem Gruppendasein schöpfen, wieviel Konformitätszwang herrscht im Kleinkollektiv? Diese klassischen Fragen bekommen eine besondere Note, wenn es um Kunst geht. Denn große Teile der Kunstdiskurse werden nach wie vor beherrscht von der Idee und Norm des genialen Individuums.

Der Vortrag möchte einige aktuelle sozialwissenschaftliche Studien zu Künstlerkollektiven vorstellen, in denen zum einen die beiden Spannungsverhältnisse (Individuum vs. Kollektiv, geniales Individuum vs. geniale Gruppe) thematisiert werden, zum anderen aber auch Wege gesucht werden, Kollektivität neu zu denken.

 

JAN-CHRISTOPH MARSCHELKE ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an und Geschäftsführer der Forschungsstelle Kultur- und Kollektivwissenschaft an der Universität Regensburg. Er lehrt und forscht zu kultur- und sozialtheoretischen Perspektiven auf Kollektivität, Interkulturalität und Recht.




 

Coronabedingt finden derzeit

keine offenen Vereinstreffen statt.

 

 



Die KULTURBÄCKEREI ist Unterzeichnerin der

rheinland-pfälzischen Erklärung "Die Vielen".


PLACE OF CARDS

in der Online-Kunstgalerie ART DOMAINZ

 

10 Künstler*innen wurden eingeladen, eine Karte im Format DIN A5 zu folgendem Thema zu gestalten:

 

Die Kunst bleibt frei | Kunst bleibt Viele

 

Heute begreifen wir die Kunst- und Kultureinrichtungen als offene Räume, die Vielen gehören. Unsere Gesellschaft ist plural. Viele unterschiedliche Interessen treffen aufeinander und finden sich oft im Dazwischen. Demokratie muss täglich neu verhandelt werden –aber immer unter einer Voraussetzung: Es geht um Alle, um jede*n Einzelne*n als Wesen der vielen Möglichkeiten!

 

Der rechte Populismus, der die Kultureinrichtungen als Akteure dieser gesellschaftlichen Vision angreift, steht der Kunst der Vielen feindselig gegenüber. Rechte Gruppierungen und Parteien stören Veranstaltungen, wollen in Spielpläne eingreifen, polemisieren gegen die Freiheit der Kunst und arbeiten an einer Renationalisierung der Kultur.

 

Die teilnehmenden Künstler*innen sind:
Sabine Amelung | Brandstifter | Astrid Eisinger | Nicole Heidel | Sandra Heinz | Nikolas Hönig
Stefanie Manhillen | Oktoober | Susanna Storch | Nicolaus Werner