KUNST & KULTURHAUS + STADTTEILZENTRUM 

für die Bürger*innen und Bewohner*innen der Mainzer Neustadt

für die Mainzer Kunst- & Kulturszene

für Vereine und Initiativen

 

Kunst & Kultur | Soziales & Bildung


Anfang Oktober haben wir folgende Fragen zu Kunst & Kultur und zur KULTURBÄCKEREI an alle Oberbürgermeisterkandidat*innen

mit der Bitte um Beantwortung verschickt:


1. Welche Bedeutung haben Kunst und Kultur für Sie persönlich in der Stadt Mainz?
2. Wie sehen Sie die zukünftige Förderung der Stadt Mainz zur Unterstützung und Entwicklung
der freien Kulturszene: Räume, Fördermittel etc.?
3. Unterstützen Sie ein Soziokulturelles Zentrum in den Räumen der ehemaligen Kommissbrotbäckerei?
4. Wie sollte Ihrer Meinung nach das Angebot eines solchen Soziokulturellen Zentrums aussehen?
5. Wie müsste Ihrer Meinung nach die Unterstützung der Stadt Mainz für ein solches
Soziokulturelles Zentrum aussehen: Finanzen, Infrastruktur, sonstige Hilfsangebote etc.
6. Sehen Sie den gemeinnützigen Verein KULTURBÄCKEREI e.V. als zukünftigen Träger des
gesamten Gebäudes an der Lahnstraße?
7. Welche Schritte zur Realisierung der KULTURBÄCKEREI halten Sie als nächstes für nötig?
8. Wie stehen Sie zur möglichst langen Zwischennutzung der Räumlichkeiten (evtl. durch einen
zusätzlichen Zugang über die Lahnstraße)?

 

 

Antworten der Oberbürgermeisterkandidat*innen:

Oberbürgermeister Michael Ebling / SPD:

 

Noch keine Antwort

Tabea Rößner /

Bündnis 90/Die Grünen

 

1. Welche Bedeutung haben Kunst und Kultur für Sie persönlich in der Stadt Mainz? Kunst und Kultur gehören für mich zum städtischen Leben unbedingt dazu. Die kulturelle Vielfalt ist wichtiger Baustein unserer Demokratie. Da ich selbst Musikwissenschaft, Kunstgeschichte, Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft studiert habe, war Kunst und Kultur immer fester Bestandteil meines Lebens. Dabei habe ich immer schon sowohl die etablierte Kunst mit ihren Institutionen (bspw. Theater und Konzerthäuser) als auch kleinere Initiativen in Mainz wahr-genommen und schätzen gelernt. Ich habe allerdings den Eindruck, dass die Kunststadt Mainz ihr Potenzial längst nicht ausgeschöpft hat und viele engagierte Künstlerinnen und Künstler darunter leiden, dass es zu wenig Vernetzung, Raum und Impulse auch für die widerständige, nicht gleich massentaugliche Kunst in Mainz gibt.

 

2. Wie sehen Sie die zukünftige Förderung der Stadt Mainz zur Unterstützung und Entwicklung der freien Kulturszene: Räume, Fördermittel etc.?

Ich möchte als Oberbürger-meisterin dafür sorgen, dass Kulturpolitik in Mainz mehr ist als nur die sprichwörtliche Kirsche auf dem Eisbecher. In den vergangenen Jahren wurde viel Zeit und Geld in das Gespräch über den Kulturentwicklungsplan gesteckt, ohne dass es bislang wirklich Ergebnisse gibt. Natürlich hat die Stadt nicht genug Geld, um allen alle Wünsche zu erfüllen, aber ich finde gleichwohl, dass die Stadt eine aktivere Kulturpolitik betreiben muss. Deshalb möchte ich einen Stadtkurator benennen, der zur Vernetzung der Kunstszene (und Vermittlung der Belange in die Stadtverwaltung) beiträgt, sich mit der Kunst im öffentlichen Raum befasst - all dies als Vorbereitung für eine Bewerbung von Mainz als europäische Kulturhauptstadt. Dies wäre eine große Chance, um Gelder einzuwerben und etwas voranzubringen. Als Mitglied im Kulturausschuss des Bundestags bin ich mit bundesweiten Förderstrukturen vertraut und möchte dieses Wissen auch in Mainz einbringen. Ich werde mich dafür einsetzen, dass die freie Kulturszene nicht aus den innenstadtnahen Bezirken verdrängt wird und wieder mehr Kunst in der Stadt zu sehen ist. Als Oberbürgermeisterin möchte ich mich dafür einsetzen, dass wir ein ausgewogenes Verhältnis von institutioneller Förderung und Projektförderung erreichen. Für auf Dauer angelegte Einrichtungen wie die Kulturbäckerei (das PAD, das Unterhaus, die Kammerspiele, das CineMayence ua) und jährlich wiederkehrende Events (Open Ohr-Festival, Filmz...) brauchen wir eine verlässliche institutionelle Förderung. Gleichzeitig brauchen wir städtische Projektmittel, um kulturelle Initiativen zu fördern, wenn sie mit innovativen Vorhaben und viel ehrenamtlicher Arbeit einen einmaligen städtischen Zuschuss benötigen, um kulturelle Projekte möglich zu machen.

 

3. Unterstützen Sie ein Soziokulturelles Zentrum in den Räumen der ehemaligen Kommissbrotbäckerei?

Wie auch meine Partei-kolleginnen und -kollegen, vor allem in der Mainzer Neustadt, unterstütze ich das Projekt Kulturbäckerei schon seit Jahren. Das ehrenamtliche Engagement, das bereits in die Planung investiert wurde, ist bewundernswert. Nicht nur für die Neustadt, sondern für ganz Mainz ist die Kulturbäckerei eine große Chance.

 

4. Wie sollte Ihrer Meinung nach das Angebot eines solchen Soziokulturellen Zentrums aussehen?

Da das Gebäude groß ist, ist sicherlich eine Vielfalt an Aktivitäten wünschenswert. Gebraucht werden Räume für Geburtstags- und Familienfeiern, Atelier- und Proberäume, eine Gastronomie (gern auch ein integrativer Betrieb). Was den Bereich Kunst betrifft, fände ich eine Kooperation mit der Jugendkunstschule, der Kunsthalle und anderen Museen, vielleicht auch der Kunsthochschule, erstrebenswert, damit die Kulturbäckerei auch ein Bildungsort wird. Dies alles sollte von einem gemeinsamen Kulturbäckerei-Spirit getragen sein - weltoffen, kommunikativ, divers, experimentierfreudig, gern auch ein bisschen „futuristisch". Es darf kein Gemischtwaren-laden werden, gerade die Ateliers sollten (vielleicht mit einer Fachjury?) an vielversprechende Künstler*innen vergeben werden. Für den Bereich Kunst wäre vermutlich eine fachlich versierte Programmleitung sinnvoll, um die Qualität zu sichern (und damit auch besser Fördergelder einwerben zu können). Interessant fände ich auch Veranstaltungen wie Theorie-Lektürerunden zu aktuellen Diskursen oder Abende, an denen Menschen private Forschungsthemen vorstellen. Ein bisschen so etwas wie eine wilde Uni.

 

5. Wie müsste Ihrer Meinung nach die Unterstützung der Stadt Mainz für ein solches Soziokulturelles Zentrum aussehen: Finanzen, Infrastruktur, sonstige Hilfsangebote etc.

In Anbetracht der Tatsache, dass Mainz seit geraumer Zeit keine Städtische Galerie mehr hat und es oft an Atelierräumen mangelt, möchte ich mich für eine dauerhafte Unterstützung der Kulturbäckerei durch die Stadt einsetzen. Ich könnte mir auch vorstellen, dass es dort - wenn der Verein daran Interesse hat - eine Art Schwester des Atelierhauses Waggonfabrik geben könnte, also von der Stadt geförderte Ateliers für Künstler*innen. Als OB würde ich auch das Gespräch mit der Wohnbau suchen. Bezahlbarer Wohnraum und tragbare Miete sollten das Ziel sein.

 

6. Sehen Sie den gemeinnützigen Verein KULTURBÄCKEREI e.V. als zukünftigen Träger des gesamten Gebäudes an der Lahnstraße?

Das müsste - auch angesichts der noch zu klärenden Finanzierungsfragen - geprüft werden. Vorrangig ist mir wichtig, dass die Kulturbäckerei mit einer verlässlichen institutionellen Förderung durch die Stadt Mainz und möglichst auch mit Landesmitteln gefördert eine verlässliche Perspektive erhält, ihr Konzept eines soziokulturellen Zentrums in der Mainzer Neustadt zu realisieren.

 

7. Welche Schritte zur Realisierung der KULTURBÄCKEREI halten Sie als nächstes für nötig?

Ausarbeitung eines genauen Konzepts für Nutzung und Finanzierung. Suche nach kooperierenden Institutionen und langfristigen Partnern. Recherche möglicher Förderinstrumente. Enger Kontakt mit der Stadt, um auszuloten, welche Unterstützung von städtischer Seite und ggf. auch mit Landesmitteln machbar und sinnvoll ist (siehe oben Antworten auf die Fragen 2 und 6).

 

8. Wie stehen Sie zur möglichst langen Zwischennutzung der Räumlichkeiten (evtl. durch einen zusätzlichen Zugang über die Lahnstraße)?

Eine möglichst lange Zwischen-nutzung ist wünschenswert und sollte unterstützt werden. Zum einen wird ja auch jetzt schon Raum für Kunst und Kultur benötigt, zum anderen lässt sich ein überzeugendes und tragfähiges Konzept für die Kulturbäckerei sicherlich am besten mit und in den Räumen entwickeln.

 

Nino Haase /

parteilos

 

Noch keine Antwort

Martin Malcherek /

Die Linke

 

Noch keine Antwort

Martin Ehrhardt /

Die Partei

 

1. Welche Bedeutung haben Kunst und Kultur für Sie persönlich in der Stadt Mainz? Kunst und Kultur sind für mich unabhängig von deren Standort bedeutsam. Kunst bedeutet Freiheit und Freiheit ist schon ziemlich nice. Wenn ich mir ansehe, was am Bosporus los ist, freue ich mich, hier einfach Kunst auf die Straße stellen zu können. Letztens habe ich ein Kunstwerk an einer Laterne entdeckt, nein, kein Wahlplakat.. jemand hat ein Wortspiel mit dem Straßennamen gemacht.

 

2. Wie sehen Sie die zukünftige Förderung der Stadt Mainz zur Unterstützung und Entwicklung der freien Kulturszene: Räume, Fördermittel etc.?

Das alte Rathaus möchte ich dem Künstlerkollektiv Peng zur Verfügung stellen, die kennen sich mit Bruchbuden und Leerstand aus! Außerdem würde so die Kunst wortwörtlich ins Zentrum rücken. Wir brauchen Kunst, die Ratio führt uns nur an den Rand unserer Existenz: Wie lange können wir überhaupt noch Kunst machen?

 

3. Unterstützen Sie ein Soziokulturelles Zentrum in den Räumen der ehemaligen Kommissbrotbäckerei? Nein, weil es den Zollhafen legitimiert und mit der alteingesessenen Bevölkerung verknüpfen soll. Ich finde, dass der Zollhafen als Quartier so krass an der Bevölkerung vorbeigeplant ist, dass ich mich über den denkmalgeschützten Zaun freue.

 

4. Wie sollte Ihrer Meinung nach das Angebot eines solchen Soziokulturellen Zentrums aussehen? Nun, da Sie davon ausgehen, dass ich das Zentrum doch unterstütze, tue ich mal so: Ich würde dort gerne Unterkünfte oder zumindest Lagerräume für Obdachlose einrichten. Letztenendes sollen das die Menschen entscheiden, die den Raum von sich aus nutzen wollen. Das bedeutet: Künstler*innen einladen, Infrastruktur schaffen, aber frei von Programmatik denken: Kunst ist Freiheit.1 Dienstag, 8. Oktober 2019

 

5. Wie müsste Ihrer Meinung nach die Unterstützung der Stadt Mainz für ein solches Soziokulturelles Zentrum aussehen: Finanzen, Infrastruktur, sonstige Hilfsangebote etc. Die Finanzen boxe ich aus der Landesregierung heraus oder fordere Nino Haase zum Duell. One of both. Jedenfalls sollte eine Kulturbäckerei auch einen Ofen haben, zum Töpfern zum Beispiel oder zum Brotbacken.

 

6. Sehen Sie den gemeinnützigen Verein KULTURBÄCKEREI e.V. als zukünftigen Träger des gesamten Gebäudes an der Lahnstraße? Wenn sich der Verein auch für die Belange von Obdachlosen einsetzt, schon! Es ist jedenfalls der Weg zu wählen, der den KünstlerX die größtmögliche Freiheit gewährt. Oder was haben Sie für Pläne, welche Kunst dort geschaffen werden soll? Ich hatte schon Bauchschmerzen, als Ebling manchem Graffiti den künstlerischen Wert abgesprochen hat und gleichzeitig Räume für „hochwertige“ Graffiti geschaffen hat. Ist er der Papst der Künstler? Woher kann er Kunst von Kunst unterscheiden?

 

7. Welche Schritte zur Realisierung der KULTURBÄCKEREI halten Sie als nächstes für nötig? Freiräume schaffen, Künstler*innen einladen, machen lassen.

 

8. Wie stehen Sie zur möglichst langen Zwischennutzung der Räumlichkeiten (evtl. durch einen zusätzlichen Zugang über die Lahnstraße)?

Ein Vogel sitzt auf einem Ast, mit viel Geduld und wenig Hast, zieht er den kleinen Wurm hervor, den er als Mahlzeit auserkor! Sorry, war so im Thema Kunst drin, da musste ich einfach was bringen. Ist von mir. Für Zwischennutzung ist das Peng zuständig, oder? Habe mich nicht genauer damit befasst, aber ich bin mir sicher, die Künstler finden eine Lösung.

 




VEREINSTREFFEN

Die Infotreffen der KULTURBÄCKEREI finden monatlich

am letzten Dienstag von 19:00 Uhr bis 20:00 Uhr im Caritas-Zentrum Delbrêl, Aspeltstr. 10 in der Mainzer Neustadt statt.

Eingeladen sind alle, die ein echtes Interesse an einem Soziokulturellen Zentrum in der Mainzer Neustadt haben.
Um 20:00 Uhr startet dann das Arbeitstreffen für aktive Mitglieder.

Mitgliedschaft

Werden Sie aktives Mitglied und engagieren Sie sich regelmäßig für ein Soziokulturelles Zentrum in der Mainzer Neustadt. Oder unterstützen Sie uns auch nur mit Ihrem Mitgliedsbeitrag und werden ein Fördermitglied.

Satzung und Aufnahmeantrag finden Sie unter Verein.